Was ich so tue in meiner Freizeit
Vor einigen Wochen lernte ich die Missionarinnen der Nächstenliebe in Frankfurt am Main kennen. Der Orden wurde von Mutter Teresa aus Kalkutta gegründet und wurde seit 1950 vom Vatikan anerkannt. Ca 4500 Schwestern arbeiten in 133 Ländern. Sie unterhalten Heime für sterbende, Lepra- und Aidskranke, Obdachlose und Waisenkinder und eben hier in Frankfurt, widmen sie sich vor allem den Drogensüchtigen auf der Straße, jene die von der Gesellschaft gemieden, ja man kann sagen regelrecht „verachtet“ werden und mit denen keiner etwas zutun haben will. Täglich bringen 2 Schwestern des Ordens regelmäßig am späten Nachmittag belegte Brote und heißen Tee zu den Drogensüchtigen, oft geistig verwirrten Menschen auf der Straße, die nur noch eines im Sinn haben, den nächsten Schuss in die Vene; Sie ist alles wofür sie leben und hoffen. Schmutzig, verdreckt, geistig verwirrt und zu nichts mehr zu gebrauchen wandeln sie dahin, ohne Ziel und Hoffnung. In der Mitte dieses Elends befinden sich die Schwestern der Nächstenliebe, sie beten mit ihnen und sie bringen ihnen nicht nur zu essen, sie geben ihnen auch Hoffnung und vor allem geben sie ihnen einen Hauch von Nächstenliebe.
Zwei Wochen habe ich die Schwestern begleitet. Während sie das Essen verteilten, habe ich den Tee an die Süchtigen ausgeschenkt. Meine Eindrücke sind schwer zu schildern. Mitten unter uns befindet sich eine Welt die irrealer nicht sein könnte. War ich in den ersten Tagen auch ziemlich erschrocken über die Schattengestallten dieser bizarren Welt, so habe ich in den darauffolgenden Tagen anders reagiert. Das unsagbare Leid in dieser dunklen Sphäre hat mich wieder einen Schritt näher zu Gott gebracht. Es hat mir gezeigt das am ende kein Theologie Studium, kein Diplom und keine gescheiten Diskussionen uns näher zu Gott bringen, nein, wenn wir wirklich einen Hauch dessen was Gott bedeutet verstehen wollen, dann gibt es nur eine Möglichkeit ihm näher zu kommen, wir müssen Liebe praktizieren und zwar dort, wo es keine Liebe zu geben scheint.



